Wo ich jedoch gerade im Rundumschlag aushole: Wenn schon immer die fehlende regierende Politik angemahnt wird, wo ist eigentlich die Opposition? Gibt es eine Opposition? Hat sie jemand gesehen? Gehört? Oder hat die Opposition von Merkel das unauffällige Aussitzen gelernt? Aussitzen, in der Hoffnung, die schwarz-gelbe Koalition demontiert sich weiter?
Nun ja. Jede Regierung hat gewiss die Opposition, die sie verdient. Hust.
In der Politik wird ja gerne mit dem Wörtchen “Populist” handtiert. Schnell ist eine Aussage populistisch, wenn sie nicht haushaltstechnisch gegengerechnet wird, aber den Kern einer Sache trifft. Schnell sind wortgewandte Politiker, die die Stimmungen in den Menschen berühren, Populisten. Linksrechtsirgendwaspopulisten.
Was all diesen Schmähworten gemein ist: Sie wollen Angst machen vor einer Idee, einer Person. Doch wie soll der Angst vor Populismus begegnet werden? Wie entkräftigt man populistische Argumente richtig? Die Lösung kann einfach sein: Den Populisten machen lassen. Die Versprechen halten lassen. Entweder ersiees schafft es, dann kann man ihm wahrlich keinen Populismus vorwerfen, wenn er scheitert, bestraft er sich und jene, die ihm rhethorisch folgen, mit Entlarvung. Auf diese Weise entledigte sich Hamburg eines Ronald Barnabas Schill, auf diese Weise sanierte sich die Berliner SPD auf Kosten der Linken — zumindest noch zu den letzten Abgeordnetenhauswahlen.
Aus heutiger Sicht sind die Liberalen beispielsweise gerade ein Musterbeispiel dafür, wie man sich nach harten und vorlauten Jahren in der Opposition, mit einem großmäuligen Vorsitzenden, der stets etwas zu sagen haben wollte und nun darf, selbst demontiert. Wahlversprechen nach Steuererleichterungen und einer grundlegenden Steuerreform, nach mehr Bürgerrechten und einer spürbaren Entlastung haben sich, aller Schönrederei zum Trotz, in Luft aufgelöst.
Dementsprechend entlohnt der Wähler. Nach bahnbrechenden 14,6 Prozent noch bei der Bundestagswahl befindet sich die FDP im freien Fall. Hätte der Hund am nächsten Sonntag nicht, dann hätte er einen Hasen, aber die FDP läge dennoch nur noch bei rund 8 Prozent (ARD Deutschlandtrend). Ein Schicksal, dass sich die FDP mit der CSU teilen darf.
Was also sollten die großen Volksparteien für ihren Umgang mit vermeintlichen Linkspopulisten aus diesen Lehren ziehen? Das Einbinden alle mal besser ist, als die Populisten bis in die Lächerlichkeit zu verdammen?
Versuchen wir es doch. Viel schlechter als bisher kann es nicht werden.
Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel entschieden hat, eine CD mit Daten über Steuersünder zu kaufen, muss man ganz neidlos stehenbleiben und ob des Streiches in die Hände klatschen: Mit Steuergeldern Daten sichern und somit Steuersünder aus den eigenen Reihen ins Trockene holen. Oder meint jemand, dass die Daten jemals vollständig veröffentlicht werden? Wer kontrolliert die Daten auf Vollständigkeit oder besser: Wer kontrolliert, ob nicht Daten verschwunden sind, bevor sie bei den Steuerfahndern eintreffen?
Wer braucht schon das verschneite Bergland mit seinen sich lösenden Schneebrettern, um sich lebendig begraben zu lassen? Ich geh durch die Straßen der Hauptstadt und lebe immens gefährlich, denn nach einer schneesturmdurchtosten Nacht liegen auf den bereits vorhandenen 27cm Schnee zehn weitere. Der Himmel ist blau und die strahlende Sonne verwöhnt die Schrägdächer der Altbauten, die, sobald der Fond nur feucht genug, ihre großen, zum Teil festgefrorenen Schneebretter gen Bürgersteig schicken - sogar am offenen Fenster höre ich ständig Stadtlawinen von den Dächern abgehen.
Da schicken hoffnungsvolle Eltern seit Jahrzehnten ihre Kinder auf eine Schule, von der sie denken, dass sie ihren Kinder — weitaus mehr als reguläre Schulen — Wissen, Anstand und Moral beibringen kann und während sie auf die göttliche Obhut hoffen, werden einige jener Kinder äußerst teuflisch gedemütigt, mißbraucht und zerstört. Dass dies bereits seit Beginn der 80er Jahre bekannt gewesen ist und dennoch geschwiegen wurde, halte ich wieder einmal für ein katholisches Meisterstückchen. Ein fürchterlich widerliche Altherrenverein, der es stets für nötig hält, die moralinsaure Gotteskeule zu schwingen.
Bald noch furchtbarer mutet jedoch der Streit über die Verjährung der Straftat an: Nach zehn Jahren gilt der Mißbrauch als verjährt, sagen die einen, nach zwanzig Jahren die anderen - beide haben recht. Nach zehn Jahren ohne, nach 20 Jahren mit Penetration. Für die Opfer dürfte dies keine Rolle spielen.
Leider ist dieses Album aus 2008 komplett untergegangen. Schade eigentlich. Das Video zeigt den äußerst rockigen Eröffner des Albums “Citizen Of The Planet” - live gespielt in Brixton, UK, 2008.
“Diese Sendung wurde ermöglicht durch Ihre Rundfunkgebühren.”
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Warum muss ich dann ständig Werbung über mich ergehen lassen, wenn doch alles brav über die Rundfunkgebühren finanziert wird? Ich persönlich höre ja eher WBGO, einem Nutzer-finanzierten Jazzradio in New Ark, einer kleinen Jazzstation, die es schafft, ein sehr gelungenes Jazzprogramm mit allem Pipapo — Nachrichten, Wetter und Verkehrsfunk — zu bieten - ohne Zwangsgebühren, die einem als mündiger Bürger aus der Tasche geleiert werden, ohne dass auch nur der geringste Anspruch besteht, das Programm selbst mitzugestaltet.
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Deutschsprachiger Rock, der Pseudolyrik vertont und aus der Mitte eines Weltschmerzes entspringt, ist leiernd und beschissen. Brauch ich nicht. Mein lokaler Radiosender, der gebührenfinanzierte, der nur für Erwachsene ist, hat’s jedoch als CD der Woche ausgewählt. Ich habe abgeschaltet - trotz Gebühren.