Lesben bleiben außen vor
Am 27. Januar diesen Jahres wiesen wir auf den entschiedenen Entwurfswettbewerb für das Mahnmal der im Dritten Reich verfolgten Homosexuellen hin. Tags zuvor hatte sich der Entwurf von Michael Elmgreen und Ingar Dragset bei einer 11-köpfigen Jury durchgesetzt.

Siegerentwurf für das Mahmal im Tiergarten
Die im Entwurf einzig vorgesehene Betonstele solle nach den Ideen der beiden Sieger Elmgreen und Dragset eine Videoinstallation beinhalten, deren Dauerprojektion zwei sich küssende Männer zeige. Zwar sei mit den Homosexuellen-Erlässen der Nationalsozialisten des Jahres 1935 auf lesbische Frauen von den Verfolgungen betroffen gewesen, allerdings sähe der Entwurf zumindest in der Videoinstallation nur Männer vor.
Auf Anfrage äußerte sich Eberhard Zastrau von der Initiative “Der homosexuellen NS-Opfer gedenken” und der Lesben- und Schwulenvereinigung Deutschland (LSVD) zu der Frage nach der Rolle der lesbischen Frau im Mahnmal. Demnach sei die Situation, “der schwule Männer wegen ihres Schwulseins ausgesetzt waren, keinesfalls mit der Bedrängnis lesbischer Frauen in der Nazizeit” zu vergleichen.
“Selbstverständlich waren auch Lesben aus all den von den Nazis herangezogenen Gründen [...] dem Verfolgungssystem der Nazis ausgeliefert.”
Die Darstellung einer endlosen Kussszene zwischen Männern sei dem Eingehen “[...] auf die im Jahr 1935 erfolgte Entgrenzung der strafrechtlichen Verfolgung schwuler Männer, die keine Entsprechung bei lesbischen Frauen hatte [...]” der beiden Künstler geschuldet.
Wie der gesellschaftlichen Ächtung und Marginalisierung von Lesben ergänzend zum vorliegenden Entwurf des Mahnmals gedacht werden könne, werde Thema einer weiteren Ausgestaltung des Mahnmals im Tiergarten sein.
Tags: Mahnmal | Homosexuell | Schwul | Lesbisch | Berlin

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