Das Ende der Vernetzung?
Robert Basic anaylisiert in seinem Posting “Deutsche Blogcharts: Entwicklung seit 06 II. (Resumee: Wir sind assozial)” die abnehmende Vernetzung zwischen den deutschen Blogs und stellt fünf Thesen in den Raum, warum das so sein könnte. Zwei von ihnen kann ich an mir selbst sofort nachvollziehen.
“Je länger man bloggt, desto seltener verlinkt man auf seine ehemaligen Stammblogs, die man als Blogger selbst liest.”
Das kann ich leider sofort unterschreiben. Viele Blogs, die ich früher oft gelesen und dadurch je nach Material auch verlinkt habe, nehme ich heute als nette, alte Bekannte war, die ich aber seltener lese und weniger verlinke. Somit wird dahingehend tatsächlich der eigene Linkraum aufgebrochen. Was aber auch mit der These einhergehen dürfte:
“Eine Maschine wie Rivva presst Menschen in einen virtuellen Strom von Nachrichten, wo der Einzelne verschwimmt und zu einem simply processed ranked link verkommt. Im Endergebnis befasst man sich über die maschinengestütze Förderung der mentalen Faulheit immer weniger mit fremden Blogs bwz mit dem individuellen, einzelnen Blog per se, das im Grunde genommen die digitale Annäherungssumme eines komplexen Menschen darstellt.”
In der Tat: Da ist der auf der einen Seite der alte Linkraum, indem man sich bewegt hat. Auf der anderen Seite ist dort die Möglichkeit, bei Aggregatoren sich einen Überblick über aktuelle Themen zu verschaffen, schneller, als die mühseelige Suche über den RSS-Feader im eigenen Lese- und Linkraum ermöglicht. Auf der anderen Seite, und da wird’s persönlich, muss ich sagen, bin ich durch die Benutzung von Aggregatoren wie Rivva.de erst auf Blogs gestoßen, die ich vorher nicht kannte und die nun in meinem Feedreader unter “Daily” stehen und andere verdrängt haben, die ich nicht mehr täglich lese, nicht mehr lesen kann, weil die Zeit nicht reicht, wenn ich selbst noch arbeiten will.
Waren bzw. sind aber A-Blogs nicht auch schon immer eine Art Newsaggregator, die mit ihren Themen in die Blogosphäre wirken und Themen setzen, die dann aufgegriffen und entwedert mit schnödem Link oder im eigenen Blog kommentiert und aufgegriffen werden?
Wo ist der Unterschied? Dass man auf Newsaggregatoren nicht verlinken kann? Keine Trackbacks setzt? Nicht kommentiert?
Oder so: Sind wir zu faul, [vias] zu setzen? Werden Themen von anderen übernommen, ohne dass auf das Original verlinkt wird? Ist es wie im Autoverkehr? Ist das Verlinken genauso aus der Mode gekommen wie das Blinken?
Wie also dem Niedergang der Linkkultur begegnen?
“Was mich aber nicht daran hindern wird, als eine Art menschlicher Linkhub weiterhin auf die vielen Blogs da draußen zu verweisen, zu verlinken, sie zu fördern, wo immer es geht.”
Oder so: Newsaggregatoren wie Rivva.de oder auch den Blogmonitor als Chance zu begreifen, andere Linkräume zu besetzen oder seine eigenen auf einen neuen Stand zu bringen. Über den Tellerrand hinausschauen und den Tellerrand verlinken.
— Herr Schwaner, 04.10.2008

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