“Wir haben mehr zu bieten”

Vera Lengsfeld hat mehr zu bieten…
Ja, so ist’s recht. Dem Wähler werden bisher Versprechungen gemacht, die, trotz Finanzkrise und Milliardenloch im Haushalt, darauf zielen, Hoffnungen zu schüren, dass mit Wahl von CDU/CSU und FDP bei der nächsten Bundestagswahl am 27. September 2009, quasi aus dem Stand, die Steuern gesenkt werden können.
Wie das gegenfinanziert werden soll, da schweigen sich die an diesem Konglumerat menschlichen Schwachsinns beteiligten Parteien beflissen aus. Mit welchen Mitteln ein Aufschwung hergestellt werden soll, der die nötigen Entlastungen auf dem Arbeitsmarkt und satte Steuereinnahmen durch eine brummende Wirtschaft bescheren soll, dazu schweigen sich die politischen Akteure ebenfalls aus.
Was also in drei Teufels Namen hat die CDU mehr zu bieten, wie sie es in Berlin-Kreuzberg auf Wahlplakaten so großbusig großherzig zusammen mit dem tiefen Dekolleté von Kanzlerin Angela Merkel und der DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld verspricht?
Wie sagte ein Kommentator nach der Präsentation dieser Plakate?
“Aha. Titten.”
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5 Kommentare
Das hier
http://www.youtube.com/watch?v=b2vXXzIjw78
ist aber auch sehr schön… Und so aussagekräftig! ^^
Peinlich und sehr billig, wenn eine amtierende Kanzlerin in dieser Art und Weise sich vorführt.
Ja, leider ! sonst angeblich nichts zu bieten .
Wahlkampf sollte mit Argumenten , Lösungen für Probleme in Deutschland geführt werden - und nicht mit Spaß oder reichlich Naivität - einfach niveaulos für eine Frau in dieser Position!
Eindrücke auf Jugendliche bei diesen Unterschreibungen sollten nicht verkannt werden . Vorbild - leider dahin.
Hängt diese Plakate besser bald ab.
Haben wir uns eigentlich bei den Norwegern für den Schrecken entschuldigt, den unsere Angie seinerzeit bei der Eröffnung des Opernhauses den arglosen Nordmännern eingejagt haben dürfte?
@bee: Klasse Kommentar -unterschreibe ich!

Kein Wunder. Hirn war ja aus.
Denn diese Bundestagswahl ist nicht mit Sachthemen zu gewinnen, das haben die CDU-Strategen durchaus richtig erkannt. Sie ist eine reine Persönlichkeitswahl, bei der Merkel wunderbar mit ihren Pfunden wuchern kann: Brust raus, Bauch rein. Gut 80% der wahlberechtigten Bundesbürger finden die Arbeit der Bundesregierung zum Kotzen. In einer Persönlichkeitswahl würden ebenfalls 80% Merkel wählen. (Schnittmenge ausrechnen ist eine Fingerübung, da bleibt immer noch eine absolute Mehrheit für Schwarz-Gelb.) Die Erklärung kann doch nur lauten, dass der Wähler Merkel längst nicht mehr mit dem von ihr angerichteten Chaos in Verbindung bringt und getreu dem alten Motto „Augen zu – CDU“ die Partei wählt, die es in Deutschland schon immer gerichtet hat. Die Kanzlerin schwebt auf einem Sprachblasenteppich über blühende Landschaften, hält sich staatsmännisch aus dem Gezänk der Ministerdarsteller heraus und tut so, als sei der Kokolores aus Art. 65 GG längst abgeschafft. Das dreckige Geschäft erledigen die Schäubles und von der Leyens und Zypries’, austauschbare Figuren. Sie bestimmt nichts, sie trägt keine Verantwortung. „Ich habe die Scheibe nicht zerschmissen“, weinte das Mädchen, „das war der böse Stein!“ Und warf den nächsten.
Die Bildsprache des Plakats enthüllt mehr als Oberweite. „Wir haben mehr zu bieten“ – mehr als was? Mehr als Phrasen? mehr als gut erhaltene Auslaufmodelle einer spätkapitalistischen Träumerei von blühenden Landschaften? mehr als den sorgsam aufgerüschten Chic einer Pseudobürgerlichkeit, hinter deren Fassade konzeptuelles Vakuum gähnt? La reine s’amuse, sie lässt das Staatstragende lieber in der Oper heraushängen. Und das Schaufenster der Macht zeigt nicht zufällig zwei in der Wolle gefärbte Wendehälse, die sich ihr dialektisches Verständnis von Verantwortung als Blockflöten erarbeitet haben und bis heute jene krude Mischung aus Nationalkonservativismus und Autoritätsstaat vertreten, das im gut sortierten Fachhandel als DDR angeboten wird. (Packungsaufschrift: „Kann Spuren von Demokratie enthalten.“) Sie haben mehr zu bieten. Und wenn man sich ausmalt, wohin Neoliberallala und Präventivstaat, Sozialamputation und Bildungsfeindlichkeit führen dürften, dann nimmt man ihnen diese Drohung sogar ab.
Vorsicht mit den Lügen, nicht hinter jeder verbirgt sich die Wahrheit. Hinter manchen steckt einfach eine neue Lüge.