Von Populisten.

von Herr Schwaner am 05.02.2010, in: Res publica

In der Politik wird ja gerne mit dem Wörtchen “Populist” handtiert. Schnell ist eine Aussage populistisch, wenn sie nicht haushaltstechnisch gegengerechnet wird, aber den Kern einer Sache trifft. Schnell sind wortgewandte Politiker, die die Stimmungen in den Menschen berühren, Populisten. Linksrechtsirgendwaspopulisten.

Was all diesen Schmähworten gemein ist: Sie wollen Angst machen vor einer Idee, einer Person. Doch wie soll der Angst vor Populismus begegnet werden? Wie entkräftigt man populistische Argumente richtig? Die Lösung kann einfach sein: Den Populisten machen lassen. Die Versprechen halten lassen. Entweder ersiees schafft es, dann kann man ihm wahrlich keinen Populismus vorwerfen, wenn er scheitert, bestraft er sich und jene, die ihm rhethorisch folgen, mit Entlarvung. Auf diese Weise entledigte sich Hamburg eines Ronald Barnabas Schill, auf diese Weise sanierte sich die Berliner SPD auf Kosten der Linken — zumindest noch zu den letzten Abgeordnetenhauswahlen.

Aus heutiger Sicht sind die Liberalen beispielsweise gerade ein Musterbeispiel dafür, wie man sich nach harten und vorlauten Jahren in der Opposition, mit einem großmäuligen Vorsitzenden, der stets etwas zu sagen haben wollte und nun darf, selbst demontiert. Wahlversprechen nach Steuererleichterungen und einer grundlegenden Steuerreform, nach mehr Bürgerrechten und einer spürbaren Entlastung haben sich, aller Schönrederei zum Trotz, in Luft aufgelöst.

Dementsprechend entlohnt der Wähler. Nach bahnbrechenden 14,6 Prozent noch bei der Bundestagswahl befindet sich die FDP im freien Fall. Hätte der Hund am nächsten Sonntag nicht, dann hätte er einen Hasen, aber die FDP läge dennoch nur noch bei rund 8 Prozent (ARD Deutschlandtrend). Ein Schicksal, dass sich die FDP mit der CSU teilen darf.

Was also sollten die großen Volksparteien für ihren Umgang mit vermeintlichen Linkspopulisten aus diesen Lehren ziehen? Das Einbinden alle mal besser ist, als die Populisten bis in die Lächerlichkeit zu verdammen?

Versuchen wir es doch. Viel schlechter als bisher kann es nicht werden.

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Autor:
Herr Schwaner

erstellt am:
5. Februar 2010 11:27

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[...] ich jedoch gerade im Rundumschlag aushole: Wenn schon immer die fehlende regierende Politik angemahnt wird, wo ist eigentlich die [...]

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