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Von der Atomsicherheit.

von Herr Schwaner am 13.08.2010, in: Res publica

Bisher hätte man eigentlich gedacht, dass der TÜV eine äußerst neutrale Bewertungsinstitution ist. Gerade im Zusammenhang mit der Sicherheit in der Risikotechnologie Atomenergie sollte man sich auf die Gutachten des TÜVs verlassen können. Im Fall des TÜV Süd jedoch hört sich alles auf. Wie Energieriesen wie eOn, EnBW oder Vattenfall als Hauptanteilseigner der TÜV Süd Aktiengesellschaft, ein auf Gewinn und Dividende ausgerichtetes Unternehmen, für ein “gesundes” Maß an Sicherheit sorgen…

Wir wünschen eine angenehme Nachtruhe.

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Von der Menschlichkeit des Tötens.

von Herr Schwaner am 01.08.2010, in: Res publica, Synapsenfeuer

Die Ächtung von Streubomben sei ein Schritt in Richtung Menschlichkeit, so Außenminister Westerwelle. Stimmt. Das Töten im Krieg durch andere Waffen ist um so vieles menschlicher. Krieg ist ja sowieso äußerst human.

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Von der Sommerfrische.

von Herr Schwaner am 06.07.2010, in: Skizziert, Synapsenfeuer

Es ist sommerlich heiß, im abgedunkelten Zimmer dudelt trocken-muffig das Radio im Hintergrund. “Probieren Sie auch unsere neuen fruchtig-frischen Sommersorten, wie Erdbeer-Limette-Carpaccio…”

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Von Schubladen.

von Herr Schwaner am 05.07.2010, in: Skizziert, Synapsenfeuer

Mit Frau Rieke in der Abteilung für Beinkonfektion. An den kurzen Hosen, die ich dank sommerlicher Temperatur suche, irritieren mich verwirrende Hosengrößen. Normalerweise rechne ich in Weite und Beinlänge, also konkretem, wie beispielsweise 40/32 oder erwünschte 38/32. Stattdessen plumpe Größen: 56, 50, 27, 29 oder die: 28.

Dann sagt die eine Verkäuferin zu einem anderen Kuden, der ebenfalls nichts mit europäischen Hosengrößen anfangen kann: “Ja, die kleinen Größen sind Zwischengrößen. Die 28 zum Beispiel ist für kleine Männer mit dickem Bauch.”

Aha.

Ich bin im Laufe meiner Wachstumsphasen 182 Zentimeter in die Höhe gewachsen, bevor ich mit dem Rauchen anfing und nur noch die Füße weiter wachsen wollten, ich bin ein kräftiger Bär mit gewaltigem Brustumfang, der gerne mal knorrige Eichen entwurzelt und Schränke mit bloßen Händen in das Umzugsauto trägt — jetzt aber bin ich nur noch eine 27, mit dem gelb unterlegtem Vermerk: “Untersetzt”. Ein kleiner Mann mit dickem Bauch.

Willkommen in der Schublade. Klappe zu, Affe tot. Vielen Dank.

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Von Wahlalternativen.

von Herr Schwaner am 01.07.2010, in: Res publica

Wo sind eigentlich die ehemaligen Mitglieder der “Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit” (WASG) geblieben? Sicher - seit 2007 gehört die WASG mit dem Zusammenschluss der PDS zur Gesamtpartei “Die Linke”. Doch von den ehemals Enttäuschten der SPD ist niemand wirklich mehr zu sehen. Gerade bei der gestrigen Wahl zum Bundespräsidenten haben die Linken wenig Sozialverantwortung gezeigt - vielmehr dies: Kleinklein, Machthunger und Geltungsdrang und dabei so widerlich spießig, dass es die sprichwörtliche Sau graust.

Wo sind die ehemaligen Sozialdemokraten der WASG? Die — zumal jene, die aus dem Westen der Republik stammend — noch andere politische Visionen haben sollten, als das Geschichtsbild der DDR zu revisionieren? Wo sind sie?

Ich sehe nur noch kleingeistige, indoktrinierte Westkommunisten, trauernde Sozialisten im Rückwartsgang, Ewiggestrige und Geschichtsklitterer, die nur nach ihrem Bild der Geschichtsaufarbeitung schielen - nichts davon sieht nach vorne, in die Zukunft, sieht die Möglichkeiten.

In der Tat, Gesine Lötsch von der Linken hat recht, wenn sie in einer E-Mail schreibt: “Bei den Linken gibt es keinen Fraktionszwang!” - den brauchen sie auch nicht, wie es dennoch geht, haben sie eindrucksvoll gestern gezeigt: Mit Engstirnigkeit.

Seit gestern sind die Linken für mich defintiv unwählbar geworden.

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Von twittrigen Gerüchten.

von Herr Schwaner am 30.06.2010, in: Res publica, Skizziert

ARD bescheuert: Ulrich Deppendorf, seinerseits Leiter des ARD-Hauptstadtstudios, selbst streut die Gerüchte, dass es vielleicht ein Zeichen für die Entscheidung im ersten Wahlgang (und damit ein Zeichen für Wulff) sei, dass ein Blumenstrauß hereingetragen wird und wundert sich dann, dass sogar in Twitter dieses Gerücht herumläuft….

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Von Antworten.

von Herr Schwaner am 29.06.2010, in: Res publica

Morgen wird von der Bundesversammlung im Deutschen Bundestag der neue Bundespräsident für unser Land gewählt. Die Wahlfrauen und -männer haben die Wahl zwischen einer Kandidatin und zweier Kandidaten. Zwei davon sind vollkommen aus dem Sumpf parteipolitischer Strategien gezogen worden, wobei die eine Kandidatin leider überdeutlich nach Kindergartengehabe stinkt.

Um eben jenen dritten, eher allumarmenden Kandidaten ins Gewissen vieler fraktional verklemmter Wahlfrauen und -männer rücken zu lassen, schrieben und klickten sich viele Anhänger jenes Kandidaten die Finger wund, um die Delegierten ihres zuständigen Stimmbezirks von ihrer Sicht der Dinge zu unterrichten, quasi die verzauselten Bundesrobinsons am Flow der Gesellschaft teilhaben zu lassen.

Aber die Damen und Herren wollen ja nicht, wie sich eindrucksvoll hier und hier als Antwort nachlesen lässt. Überhaupt scheint wahre Demokratie und Volksvertretung im besten Sinne des Wortes wenig Freunde in der Politik zu finden.