Politik-Shorts

12.03.2010 10:20 Uhr • Uranhexafluorid in rostigen Transportbehältern durch das Land - deutsche Atompraxis http://bit.ly/bV9Y4f #Atom #Greenpeace

06.03.2010 9:35 Uhr • Kath. Missbrauchsopfer mit Abmahnungen zum Schweigen bringen: Die Kirchenpraxis http://bit.ly/aExjkM #Missbrauch #Katholiken #Abmahnung

06.03.2010 9:32 Uhr • Diplomatie und Fingerspitzengefühl: Vom Wirken des Außenministers Westerwelle http://bit.ly/9WTnPe #Westerwelle #Diplomatie

04.03.2010 22:48 Uhr • NRW-CDU im freien Fall: Von 42% (Jan) auf 38% (Mar) http://bit.ly/9IjeSI #NRW #CDU #Rüttgers #Sponsoring

04.03.2010 21:39 Uhr • Gabriel hetzt seine Genossen auf die NRW-CDU und Rüttgers: http://bit.ly/bLByTY #Gabriel #SPD #NRW-CDU #Rüttgers

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Vom wahren Sozialbetrug.

von Herr Schwaner am 27.02.2010, in: Res publica

Es sind inzwischen abertausende von Selbstanzeigen, die aufrgrund der Furcht durch die angekaufte Daten-CD entlarvt zu werden, bei den Finanzämtern eingegangen sind. Hunderte von Millionen Euro sind dort in der Vergangenheit an der Steuer vorbeilaviert worden sind, Gelder, die dem Sozialstaat entzogen wurden und damit einfach der Gesellschaft fehlten.

Hier sind sie: Die wahren Sozialbetrüger, die dem Staat durch ihre laxe Auffassung von Moral und Anstand weitaus mehr gefährden, als es einer der 1,9 Prozent (und nicht 20 Prozent, wie der schöne Außenminister vom Rhein sich gerne von sogenannten Experten in die Propaganda schreiben lässt) Hartz-IV-Betrüger je fertig brächte. Darüber spricht der flotte Guido nicht, die stellt er nicht an den Pranger. Warum auch? Schließlich seien die staatsbürokratischen Systeme selbst schuld, wenn ihnen die Steuerzahler davon liefen, so zumindest der Westerwellsche Tenor, als er gegen eine sechsstellige Gesamtgage vor Bankern aus Liechtenstein unverhohlen über seine Neigungen im Steuerrecht parlierte.

Da ist es doch kein Wunder, wenn ihm Hartz-IV-Empfänger öffentlich zu brandmarken und noch weiter in den Dreck zu treten ein wesentlich größeres Anliegen ist, als die eigene Klientel zu geißeln.

Das ist im übrigen genau das, was an den Auftritten des Herrn Westerwelle so g’schmäcklich ist: Nicht die Gagen, die korrekt verbucht wurden, noch die Verwendungng jener Gagen. Was daran stört, ist die Tatsache, vor wem der heutige Außenminister sprach und über welche Themen, während der deutsche Sozialstaat versuchte, die weitaus gefährlicheren Schädlinge dingfest zu machen.

Das ist der eigentliche Skandal.

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Online first.

von Herr Schwaner am 25.02.2010, in: Zwei Null Irgendwas

Der normalsterbliche Internetnutzer hat sich über solche Fragestellungen noch nie verrückt machen müssen: Online first oder Print first - also gehen Meldungen zuerst in die Verwurstung durch den Online-Amüsierbetrieb oder stecke ich Meldungen erst in den Druck und hoffe, dass sie morgen - bei Erscheinen - noch aktuell genug sind?

Dem Web-1.0 Nutzer - und das ist immer noch die größte Masse - wird diese Fragestellung auch in Zukunft nicht weiter interessieren, denn nie im Leben hat er/sie/es daran gedacht, sich im Internet zu irgendeinem Thema zu partizipieren. Was also den Normalo an der weltweiten Taste nicht sonderlich reizt, interessiert nun neuerdings nicht mehr nur Verlagshäuser, die noch immer ringen, welcher der Redaktionen sie den Vorrang geben, sondern verstärkt den gemeinen Blogger.

Nicht, dass er sich fragt, ob er eine Meldung ins Blog wirft oder doch zuerst in ein Moleskine-Notizbuch niederschreibt. Eher stellt er sich ob des tumoresken Wachsens des SocialWebs die Frage, ob er erst sein Blog für den eigenen Content füttert oder es in den Rachen der Microblogging-Dienste wie Twittr und gefräßigen Social-Networks à la Facebook schiebt.

Online first - klar, aber wohin zuerst?

Logisch - die Arbeit ist einfacher und oft besteht sie nur aus 140 Zeichen oder dem Re-Posten fremder Beiträge, die Reaktion kommt auf dem Fuße in Form von Retweets, Likes und Dislikes oder Kommentaren. Alles wird kürzer: Gedanken, Texte, URLs. Oder wie twitterte neulich einer so schön:

#puh.

Aber: Der Wahn, alles noch schneller und unreflektierter zu veröffentlichen hat seine Schattenseiten. Was seit Jahren als Revolution der klassischen Medien gefeiert wurde, kommt nun auf den Boden zurück: Mit dem Voranschreiten schnelllebiger Dienste gerät das langatmige Blog ins Hintertreffen. Wie voreinst die noch viel langatmigeren klassischen Print-Medien. Das, was die Blogs, die neuen Medien, den klassischen angetan haben, fällt jetzt auf eben genau jene wieder zurück: Die schnelllebigen Dienste lassen die Blogosphäre aussehen, wie einen alten schwerfälligen Elefanten. Die Blogosphäre hat an Schwung verloren. Erst sank kontinuierlich die Zahl der Verlinkungen untereinander und somit auch die Vernetzung, dann die Anzahl der Postings und viele Blogs sind bereits weg oder bleiben ungefüttert. Ungeachtet dessen steigern Social Networks und Microbloggingdienste ihre Mitglieder- und Zugriffszahlen und was früher wohl bedacht in mehrgliedrige Texte verfasst wurde, semmelt sich heute in 140 Zeichen mit Link und Tags versehen viel schneller.

Online first - ja doch. Aber eines sollte jedoch nicht vergessen werden: Unabhängig von den Gründen des Veröffentlichens sollte man sich als kritischer Nutzer stets darüber bewusst sein, dass mit jedem Beitrag, der nicht auf der eigenen Webseite veröffentlicht wird, die Unternehmen jener Dienste mit Kontent, den sie nicht selbst generiert haben, also mit der millionenfachen Leistung anderer, auch ebensoviel verdienen.

Was also bleibt im Zeitalter des Speedpostings? Der unkommentierte Link zu einer Meldung, die doch nur der Onlineredaktion eines klassischen Verlagshauses stammt? Dann hätten wir Blogger das Heft wieder aus der Hand gegeben und hätten uns von der eigenen Revolution als ihre Kinder auffressen lassen.

Das wäre sehr schade.

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Auf Wiedersehen, Herr Westerwelle

von Herr Schwaner am 25.02.2010, in: Res publica

Den Kern getroffen. Und es hat nichts mit einer Modeerscheinung zu tun, unisono auf den Herrn aus dem Rheinland zu dreschen, sondern mit Wahrheit.

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Von Richtlinien

von Herr Schwaner am 24.02.2010, in: Res publica

Vorab: Bundesjustizministerin Sabine Leutheusse-Schnarrenberger wird sich wegen ihrer öffentlichen Kritik an dem Leitfaden der Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch nicht bei der Katholischen Kirche entschudligen. Angesichts jener Richtlinie auch verständlich:

“In erwiesenen Fällen sexuellem Missbrauchs Minderjähriger wird dem Verdächtigen zur Selbstanzeige geraten und gegebenenfalls das Gespräch mit der Staatsanwaltschaft gesucht.” aus dem Leitfaden der Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch, Quelle: Süddeutsche Zeitung

Gerade die Wortwahl “In erwiesenen Fällen” und “gegebenenfalls” lassen erschreckt aufhorchen.

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Von den Intellektuellen.

von Herr Schwaner am 24.02.2010, in: Res publica

Die Welt jammert über das einheitliche Guido-Bashing und beschwert sich bei der geistigen Elite des Landes:

“Dass keiner der deutschen Intellektuellen, die mehr oder minder heimlich zuletzt die FDP gewählt haben, aufbegehren, Einspruch erheben, hat etwas Deprimierendes.” (Quelle: Welt)

Dem möchte ich heftigst widersprechen: Die Intellektuellen unseres Wahlbezirkes haben nicht FDP gewählt. Mitnichten. Sie haben relativ einstimmig die Grünen gewählt. Außerdem bedeuten ein hohes Einkommen, beruflicher Erfolg und ein Schuss Selbstverliebheit nicht gleich intellektuell zu sein.

An Menschen, die eine Partei einzig und allein aus dem Grund wählen, weil sie ihnen die Hoffnung gibt, von dem hohen Einkommen, das sie durch ihre gute Ausbildung heute verdienen, künftig weniger in den Sozialstaat abführen zu müssen, um das Solidaritätsprinzip und damit die Schwachen der Gesellschaft zu unterstützen, an denen kann ich rein gar nichts intellektuelles feststellen.

Sie sind einfach nur Arschlöcher.

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Von der Schuld.

von Herr Schwaner am 24.02.2010, in: Res publica

Die Schuld um die hundertfachen Kindesmißbräuche in den Lehranstalten windet sich durch die fauligen Gedärme der katholischen Kirche. Schuld ist einfach nicht bekömmlich. Gut, dass die Katholische Kirche nicht um Ausreden ist und Pragmatiker hat:

Bischof Mixa hat mal wieder eine echte Entdeckung gemacht: Die sexuelle Revolution ist schuld am Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche (Quelle: taz)

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Vom Konservatismus.

von Herr Schwaner am 22.02.2010, in: Res publica

Was vom “modernen bürgerlichen Konservatismus” zu halten ist, ist genauestens bei der Aufzählung der ZEIT zu erfahren, wie oft und weswegen der frisch zurückgetretene NRW-CDU-Generalsekretär Hendrik Wüst (34) für negative Schlagzeilen sorgte.

“Im vergangenen Sommer musste er [...] die Video-Beobachtung öffentlicher Auftritte von SPD-Spitzenkandidatin Kraft stoppen. In Erklärungsnot geriet Wüst im Dezember 2009, weil er monatelang von der CDU und vom Landtag in Düsseldorf gleichzeitig Zuschüsse für seine private Krankenversicherung kassiert hatte [...]” (Quelle: ZEIT, CDU-Generalsekretär in NRW tritt zurück

Nun brach ihm die Sponsoren-Affäre (”Gespräch mit Landeschef Rüttgers gegen Geld”) das Genick und er musste als Generalsekretär zurücktreten.

Da können erwähnte Jungpolitkarrieristen wie Wüst, Söder und Mappus noch soviele Positionspapiere (eben “Morderner bügerlicher Konservatismus”) verfassen, wenn die Realität doch die Abgründe zeigt: Erst komme ich, dann ich und ganz am Ende, da komme nochmals ich.